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Mexiko |
Einwohnerzahl (Weltrang): 102 291 000 (11)
Fläche (Weltrangplatz): 1 953 162 km² (14)
Hauptstadt: Mexiko Stadt
Autokennzeichen: MEX |
Mexico - Mexique
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Reiseberichte / Texte zu Mexiko
Mexiko City Chihuahua Felsenspringer
von Acapulco Frida
Kahlo - Malerin Volksheld
Pancho Villa
Frida Kahlo- Leiden und Leidenschaften einer Malerin
Die vor 50 Jahren gestorbene Frida Kahlo gilt als die bedeutendste
Malerin Lateinamerikas. Und sie ist eine Kultfigur des 20. Jahrhunderts.
Magdalena Carmen Frieda Kahlo y Calderón , wie sie richtig hieß, wurde am
6.7.1907 als dritte Tochter der Mexikanerin Matilde Calderón y Gonzalez und des
aus Deutschland eingewanderten Wilhelm Kahlo in Mexico City geboren. Im Alter
von 6 Jahren erkrankt Frida – wahrscheinlich war es Kinderlähmung - und muss
neun Monate im Krankenhaus verbringen. Ihr rechtes Bein ist leicht verkrümmt und
bleibt fortan im Wachstum zurück.
Frida besucht das Colégio Aleman und anschließend als eines der wenigen
Mädchen die Escuela Nacional Preparatoria ,
wo sie sich in den avantgardistischen und politischen Zirkeln der Eliteschule
bald einen Namen macht.
Am 17.9.1925 überlebt Frida Kahlo , in einem Bus sitzend , einen schweren
Zusammenstoß mit einer Straßenbahn. Mehrere Menschen sterben am Unfallort. Eine
Eisenstange bohrt sich in den Leib von Frida Kahlo. Sie erleidet zahlreiche
Brüche (Schlüsselbein, Rippen, Lendenwirbel, Becken, Bein) und auch die Blase,
der Bauchraum und die Vagina sind verletzt.
Frida Kahlo wird nie Kinder bekommen können, und muß sich im Laufe ihres Lebens
32 Operationen unterziehen.
Während monatelanger Krankenhaus-Aufenthalte beginnt die im Gipskorsett liegende
Frida Kahlo intensiv zu malen, nachdem sie vorher schon einige Versuche gemacht
und auch Zeichenunterricht genommen hatte.
1928 tritt Frida Kahlo in die Kommunistische Partei Mexikos ein und trifft Diego
Rivera, den bereits weltberühmten Freskenmaler. Ein Jahr später heiratet sie den
doppelt so alten Frauenhelden. Es entwickelt sich eine stürmische, schrecklich
fantastische Liebesgeschichte. Die zwei starken Charaktere lieben sich
leidenschaftlich, und sie betrügen sich mit wechselnden Partnern, sie trennen
sich und lassen sich 1939 scheiden. Diego Rivera hatte neben vielen anderen eine
Affäre mit der Schwester von Frida, diese wiederum mit Leo Trotzki, der in
Mexico im Exil lebt, und dem Fotografen Nickolas Muray, sowie zunehmend auch mit
Frauen. Der Mann ihres Lebens aber bleibt Diego Rivera, und schon 1940 heiraten
die beiden wieder.
Frida Kahlo ist mittlerweile eine arrivierte Künstlerin. Sie stellt mit großem
Erfolg in New York aus und nicht ganz so beachtet in Paris. Ihr Oeuvre befasst
sich mit der eigenen Wirklichkeit; ihre Themen sind die Verletzlichkeit des
Menschen, Sexualität und Erotik, Leiden, Einsamkeit und Tod. In den früheren
Schaffensjahren finden wir sehr viele Selbstbildnisse, später stellt sie an sich
selbst den Anspruch sich auch ideologisch auszudrücken.
Die letzten Jahre von Frida Kahlo sind ein nicht enden wollendes Martyrium.
Krankenhausaufenthalt reiht sich an Krankenhausaufenthalt, Operation an
Operation. Sie kann sich fast nur noch im Rollstuhl fortbewegen. Gegen die
unerträglichen Schmerzen
nimmt sie Medikamente und Alkohol in großen Mengen. 1953 wird ihre erste
Einzelausstellung in Mexico organisiert. Frida Kahlo wird mit dem Krankenwagen
zur Eröffnung gefahren und nimmt auf einer Bahre liegend daran teil. Im selben
Jahr muss ihr rechter Unterschenkel amputiert werden. Am 13.Juli 1954 stirbt
Frida Kahlo nach langen Leiden an ihrer Geburtsstätte, dem „Blauen Haus“.
Das „Blaue Haus“ in Mexico City’s Vorort Coyoacán, Londres No 247, dient heute
als Museum um an die als Mensch und Künstlerin außergewöhnliche Frida Kahlo zu
erinnern. Außerdem sind der Öffentlichkeit zugänglich zwei Anwesen, in denen
Frida Kahlo und Diego Rivera lebten: In San Ángel das Haus Diego-Rivera No 2,
sowie das Museo Dolores Olmedo Patino in La Noria, Ave.Mexico No 5843.
Insbesondere Letzteres ist dem Besucher sehr zu empfehlen: Es ist eine Hacienda
aus dem 17.Jahrhundert in einem wundervollen Park mit vielen Blumen,
Bougainvillea-Sträuchern, Fasanen, und einigen Exemplaren der präkolonialen
Hunderasse Xoloitzcuintles. Das Museum beherbergt 144 Gemälde von Diego
Rivera und 25 von Frida Kahlo, und neben vielem anderen einige der
traditionellen Gewänder die Frida so gerne für ihren Diego trug.
Wer hier mehr über das spannende Leben von Frida Kahlo und ihr Werk erfahren
möchte – ich konnte ja nur ein paar Stichworte geben -
dem sei die aufwendige Ausgabe „Frida Kahlo – Die Malerin und ihr Werk“ von
Helga Prignitz-Poda, erschienen im Schirmer/Mosel –Verlag, empfohlen. Das Buch
besticht durch hervorragende Wiedergabe der Gemälde der Künstlerin und viel
Hintergrundinformation. Störend ist einzig die Sucht der Autorin die Künstlerin
über einen vermuteten Missbrauch durch den Vater zu erklären. Im gleichen
Verlag sind noch weitere Bücher über Frida Kahlo erschienen, erst kürzlich
„Frida Kahlo/Nickolas Muray – Ich werde Dich nie vergessen“, wo man zwar nicht
so viel über Frida Kahlo erfährt, sondern mehr über den Fotografen, dem sie sehr
viel bedeutet haben muss. Muray der schon früh mit farbphotografischen Verfahren
arbeitete hätte sich kein farbenprächtigeres und attraktiveres Modell als Frida
Kahlo wünschen können. Die Künstlerin, deren Vater selbst als Fotograf wirkte
und dem sie oft assistiert hatte, inszeniert sich vor der Kamera virtuos,
insbesondere in mexikanischen Trachten, aber auch als Diva oder mit dem Pathos
der sozialrevolutionären Aktivistin, die sie ja war, und natürlich als Malerin.
Nicht in ihren Selbstbildnissen, aber hier in einigen der Fotos von Muray kann
man erahnen welche Faszination diese Frau auf Männer und Frauen ausgestrahlt
haben muss.
Sehr informativ ist auch das preiswerte im Taschen-Verlag erschienene Buch
„Kahlo“ von Andrea Kettenmann.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des
Rechteinhabers, © by Heiko Trurnit
2004
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