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Mexiko |
Einwohnerzahl (Weltrang): 102 291 000 (11)
Fläche (Weltrangplatz): 1 953 162 km² (14)
Hauptstadt: Mexiko Stadt
Autokennzeichen: MEX |
Mexico - Mexique
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Reiseberichte / Texte zu Mexiko
Mexiko City Chihuahua Felsenspringer
von Acapulco Frida
Kahlo - Malerin Volksheld
Pancho Villa
CHIHUAHUA
Chihuahua
kennt man ja . Ist doch ein Hit von DJ Bobo. Und diese präkolumbianische Rasse
der niedlichen Hunde, die nur so um die zwei Pfund wiegen. Wer aber hierzulande
kennt schon Chihuahua, den größten Staat Mexikos, der im Norden des Landes liegt
und an die USA angrenzt?
Dabei ist die
65 000 qm umfassende einzigartige Bergwelt der Westlichen Sierra Madre
in Chihuahua atemberaubend : Mit Canyons länger als der viel bekanntere
Grand Canyon des Colorado, mit tieferen Schluchten (bis zu 1879 m),
unzähligen Flüssen, Wasserfällen und Höhlen, ist die Sierra Madre und vor allem
sein Herzstück, die Sierra Tarahumara, ein Paradies für Naturliebhaber.
Am schönsten erschließt es sich auf einer Fahrt mit dem komfortablen
Chihuahua Pacifico, kurz Chepe genannt. Die Bahnstrecke , 1961
eröffnet, ist eine Meisterleistung der Ingenieurkunst: 2420 Höhenmeter mussten
überwunden und 37 Brücken sowie 86 Tunnel unter schwierigsten Bedingungen gebaut
werden. Die längste Brücke – über den Rio Fuerte - misst etwa 300 m, die
höchste spannt sich 100 m über den Rio Chinipas. Um eine der
spektakulärsten Bahnabenteuer der Welt zu erleben startet man um 6 Uhr morgens
von der am Pazifik gelegenen Station Los Mochis aus. Nach etwa 7 Stunden
erreicht der Zug in 2245 m Höhe Divisadero , wo man die Fahrt am besten
beendet weil die zweite Hälfte über das Hochplateau nach Chihuahua City
(zumindest ab Creel) zwar auch interessant aber längst nicht mehr so
eindrucksvoll ist.
In
Divisadero gibt es drei Vier-Sterne-Hotels, jedes an einem Schwindel
erregenden Aussichtspunkt, der den weiten Blick frei gibt in die grandiose
Barranca del Cobre , den Kupfer Canyon. (Auch einfachere Unterkünfte stehen
zur Verfügung).
Schöne nicht
zu anstrengende Wanderwege führen durch Pinien- und Eichenwälder zu weiteren
Aussichtspunkten, dem Elephant View, dem Mirador Volada und dem
Ladder`s View. Letzterer heißt so weil die in den Tausend Meter tiefer
liegenden Tälern wohnenden Tarahumara-Indianer hier an Leitern
hochklettern um ihre kunsthandwerklichen Arbeiten für ein paar Pesos an
Touristen zu verkaufen. Die meist in bitterer Armut lebenden Tarahumaras
haben wie kein anderes Indianervolk Nordamerikas ihre Kultur, Sprache und
Lebensweise bewahrt, wenn sie auch manche Elemente der „westlichen“ Welt
annahmen. Im Winter halten sie sich in den tiefen Tälern auf wo subtropisches
Klima herrscht, im Sommer zieht es sie auf das Hochplateau wo sie Mais, Bohnen
und Zucchini anbauen.
Von Divisadero
führt uns eine schöne Bergstrasse mit vielen Serpentinen nach Creel, in
dem ich mich in einen Westernfilm versetzt fühle, das aber nur wegen seiner
Funktion als Marktflecken der Indianer einen Besuch wert ist. Weiter geht es
nach Guachochi, in dessen Nähe - 18 km entfernt - sich der
Aussichtsplattform der Barranca de Sinforosa befindet, eine Schlucht
noch tiefer und imponierender als die die wir vorher gesehen hatten.
Die nächste
Station unserer Reise ist Hidalgo del Parral , eine anziehende Stadt mit
einigen Sehenswürdigkeiten. Zwei möchte ich herausgreifen: 1) Die
Mine La Prieta in Santa Barbara, die nach ihrer Stillegung vor
knapp 30 Jahren als Museum dient. Gegen ein Eintrittsgeld von 25 Peso fährt
man mit dem Schachtkorb auf etwa 80 m Tiefe, wo man bei einer Führung durch die
engen Stollen einen lebensnahen Eindruck von der Arbeit unter Tage bekommt.
Schon die Kolonialspanier förderten in Parral Silber in einer Menge die den
größten Teil des Bedarfs der alten Welt deckte. 2) Das Museum Pancho Villa,
das vom unglaublichen Leben und Sterben des berühmt-berüchtigten Mannes erzählt.
Der Volksheld, der wesentlich zum Sturz der Diktatur von Porfirio Diaz
beigetragen hatte, wurde am 20.7.1923 an der Stelle wo das Museum steht mit
300 Schüssen ermordet, und zwar wie uns der Chronist und Museumskurator
Alfonso Carrasco sagt, durch vom US-Amerikanischen Präsidenten Harding
gedungene Pistoleros.
Unsere
Rundreise endet in Chihuahua City , deren größte Sehenswürdigkeit die zwischen
1725 und 1826 (Ja, 101 Jahre!) erbaute Kathedrale ist. Die barocke Kirche zählt
zu den schönsten Kolonialbauten des Landes.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des
Rechteinhabers, © by Heiko Trurnit
2004
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